Gebrauch – etwa für die Jäger oder das
Militär - zu schaffen. Konsequent ent-
schied sich Flobert für unterschiedli-
che Kaliber seiner „Zimmerpatrone“:
4, 5, 6, 7, und 9 mm.
Die Weltausstellung erwies sich für
Flobert in zwei Punkten als bedeutend:
Zahlreiche europäische Munitions-
hersteller erwarben Lizenzen für die
Verwendung des Flobert'schen Kon
struktionsprinzips (oder übernahmen
dieses stillschweigend) und brachten
innerhalb kürzester Zeit unter der Mar-
ke Flobert sehr viele Laborierungen auf
denMarkt. Sie sindmeistens an der, mit
Vogeldunst gefüllten, vergleichsweise
langen Hülse zu erkennen und waren
für den Einsatz im Garten – etwa auf
Ratten, Wühlmäuse und Spatzen – vor-
gesehen und wurden aus entsprechend
leichten „Gartenflinten“ verschossen.
Smith und Wesson erkennen ihre
Chance.
In noch einem anderen Punkt
war die Weltausstellung bedeutsam:
Unter den Besuchern befanden sich
zwei Amerikaner, die Gentlemen Ho-
race Smith und Daniel B. Wesson. Die
hatten gerade mit Ach und Krach einen
herben Reinfall mit ihrer Volcanic-Pis-
tole überlebt und suchten, um sich von
diesem Desaster erholen zu können,
mehr als dringend eine geeignete Mu-
nition für ihren Revolver „№
1 Pistol“. Da
kam ihnen Floberts Entwicklung gera-
de recht. Weil diese nur in Frankreich
patentrechtlich geschützt war, konnten
sie hemmungslos zugreifen. Also kehr-
ten sie guter Dinge zurück in das Land
der unbegrenzten Möglichkeiten und
meldeten flugs beim U.S. Patent Office
ihre Ansprüche auf eine sehr ähnliche
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Skizze aus dem ersten S&W-Patent; be-
achte (in Figur 2) den Scheibenamboss
mit zentraler Zündpille.
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Flobert-Imitate von links: longue porteé
in den Kalibern 5,5 sowie 7 mm und Bos-
quette in den Kalibern 5,5 sowie 9 mm.
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Die „.22" №1 Pistol Cartridge“ von S&W
unterscheidet sich vom französischen
Stammvater im Wesentlichen lediglich
durch die etwas längere Hülse.
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Großkalibrige Randfeuerpatronen der
Periode von rund 1860 bis 1870 von links:
18 mm Milbank-Amsler (Schweiz), 14 mm
Wänzel (Österreich) und die norwegische
Patrone 12,7 mm Remington.
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Für die schweizerische Randfeuermuni
tion typisch ist die Bodenprägung mit
dem Schweizer Kreuz.
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Die Skizze aus dem Smith-&-Wesson-
Patent von 1860. Hier wird der Ideenklau
bei Flobert offensichtlich.
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