Kugel an der Mündung steht. Dazu ist
allerdings ein erheblicher Kraftauf-
wand notwendig. Lässt der Druck auf
die Kugel nach, drückt eine im Lauf
eingebaute, stählerne Spiralfeder mit
30 Windungen den Stab wieder 100 mm
aus der Mündung heraus, wobei eine Fi-
xierung im Inneren des Laufes das Her-
ausspringen des Stabes unter Druck der
Spiralfeder verhindert.
Suche nach Gummilieferant.
Eine An-
frage des Reichskriegsministeriums
vom 30. Mai 1906 an die Gummi- und
Kabelwerke der Firma
Josef Reiterhofer's Söh-
ne in Wien, ob sie in der
Lage sei, Gummiballen
für Fechtgewehre in einer
vorgeschriebenen Quali-
tät zu erzeugen, verneinte die Firma in
ihremAntwortschreiben. Auf der Suche
nach anderen Lieferanten fanden sich
die Firmen Waldek, Wagner und Benda
aus Wien, welche die gewünschte Qua-
lität liefern konnten.
Verteilung an die Truppe.
Mit Erlass
vom 30. September 1913, Abteilung 7,
Nummer 7628 wird im Normalverord-
nungsblatt für das k.u.k. Heer die Ver-
teilung der Fechtgewehre an die Truppe
verlautbart. Demnach erhielten jede
Infanterie- und Jägerkompanie jeweils
zehn Stück Werndl-Infanteriefechtge-
wehre ohne Bajonette zugeteilt. Diese
waren im Artillerie-Zeugs-Depot in
Wien anzufordern. Zur Instandhaltung
und den Gebrauch der Fechtgewehre
gab es das Dienstbuch G-45, welches
maßgebend für die Verwendung der
Fechtgewehre war.
Am 27. Juni 1914, also kurz vor Be-
ginn des Ersten Weltkrieges, richtete
die Armeeschießschule einen Antrag an
das Kriegsministerium (ab September
1911), vorerst 20 Stück Werndl-Gewehre
umrüsten zu dürfen. Die
tatsächliche Menge der
umgerüsteten
Werndl-
Gewehre ist leider nicht
bekannt.
Verwendung
als
Er-
satzteillager.
Im April 1915 erging ein
Rundschreiben mit dem Befehl des
Kriegsministeriums an alle Artillerie-
Zeugs-Depots, festzustellen, wie viele
Fechtgewehre noch vorhanden seien.
Die Armeeschießschule gab einen Be-
stand von 850 Stück bekannt. Vom Ar-
tillerie-Zeugs-Depot in Sarajevo wurden
556 Stück, aus Castelnuovo 572 Stück
gemeldet. In Temesvar waren noch 384
Stück Fechtgewehre nach dem System
Werndl vorhanden, insgesamt also 3700
Stück. Unmittelbar darauf erging vom
Kriegsministerium die Aufforderung an
die Artillerie-Zeugs-Depots, alle Fecht-
gewehre nach dem System Werndl an
das Artillerie-Zeugs-Depot Wien ab-
zuliefern, da diese für die Ersatzteilge-
winnung der noch brauchbaren Werndl-
Gewehre benötigt werden.
Somit endete der Einsatz von Fecht-
gewehren des Systems Werndl in der
k.u.k. Armee. Sie zählen heute zu den
seltensten österreichischen Sammler-
waffen, da kaum Exemplare übrig ge-
blieben sind.
4
4
2
Truppenstempel: 80. Landwehrregiment
Waffendepotnummer 630.
3
Die Handhabe zum Öffnen der Walze
wurde entfernt. Der Stempel OEWG be-
deutet Österreichische Waffenfabriksge-
sellschaft Steyr, mit dem Abnahmestem-
pel Wn77 für Wien 1877.
4
Schlossplatte gestempelt 876 für 1876 als
Zulieferungsjahr des Artilleriearsenals
an die OEWG. Das Gehäuse wurde mit der
Walze verschraubt, der Hahnsporn zur
Gänze abgeschliffen.
Fechtgewehre
enden als
Ersatzteillager
08/2016
sammeln
81
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+++DWJ++
KOSTENL
PREVI
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