DWJ 2016-08 - page 73

Wegen des Beginns des Spanischen
Bürgerkriegs (1936-1939) und der damit
verbundenen Stilllegung der Firma Star
wurde die zweite Variante nicht in allzu
großer Stückzahl produziert.
Nach Beendigung des Bürgerkriegs
war Star fast ausschließlichmit der Pro-
duktion des Modells B für Deutschland
und Bulgarien beschäftigt. Als sich die
deutschen
Streitkräfte
nach der Invasion der Al-
liierten in der Normandie
1944 aus Südfrankreich
zurückzogen, nahm die
spanische Firma eine be-
grenzte Produktion der Modelle I und
IN wieder auf. Hierzu benutzte sie Tei-
le der Vorkriegsherstellung, allerdings
ohne Schlittenfanghebel. Das spani-
sche Heer und die Luftwaffe erhielten
ab 1944 eine Handvoll IN.
Dritte Variante.
Nachdem Star die Her-
stellung der Modelle I und IN eine Zeit
lang eingestellt hatte, nahm das Un-
ternehmen im Jahr 1950 die Produktion
dieser Waffen wieder auf. Nun stan-
dardisierte der spanische Hersteller
zunächst die Lauflänge. Alle Pistolen,
ob für das Kaliber 7,65 mm Browning
oder 9 mm kurz eingerichtet, waren
nun 110 mm lang. Der Auszieher wurde
kleiner und nun an der rechten Seite des
Schlittens neben dem Auswurffenster
angebracht. Auch die Befestigung des
Schlagbolzens wurde geändert. Zudem
6 
Die Importmarke der Firma Frankonia ist
ebenfalls an der Waffe angebracht.
7 
Linke Griffstückseite: das Zeichen des
Beschussamtes Eibar, in der Mitte das
Beschusszeichen für Selbstladepistolen;
rechte Griffstückseite „1952“.
7
6
war die Kimme nicht mehr fest, son-
dern seitlich verschiebbar. Auch das
Griffstück wurde geändert. Zunächst
erhielt es vorne einen kleinen Sporn.
So fand die Schusshand des Schützen
einen besseren Halt.
Wie bei der zweiten Variante gab es
anfangs eine Ausnehmung im Griff­
stück. In die konnte der nach vorne
verjüngte Magazinboden schlüpfen,
sodass der Boden des Magazins nicht
mehr herausragte und mit dem Griff­
stück plan war. Die neuen Magazine
wurden mit einer größeren Boden-
platte versehen, die auf dem Boden des
Griffstücks aufliegt. Zudem hatte diese
Bodenplatte hinten eine Aussparung,
aus der ein halbrunder Anzeiger ragte,
wenn das Magazin voll geladen war.
Hinzu kamen kleinere Änderungen.
So erhielt der auf der linken Waffensei-
te angebrachte Magazinhalteknopf eine
feine Fischhaut. Sein Gegenstück an der
anderen Seite sah nun nicht mehr oval
aus, sondern wie ein Schlüsselloch.
Während der ersten Zeit der Neupro-
duktion wurden dieselben schwarzen
Plastikgriffschalen der früheren Waf-
fenmodelle mit Fischhaut und Star-
Emblembenutzt. Mitte der 1950er-Jahre
erhielten die Pistolen braune Griff-
schalen. Diese besaßen auf der linken
Seite eine sogenannte Daumenkanzel
und wiesen eine etwas andere Fisch-
haut auf. Auch war das klassische Star-
Emblem in die Griffschalen geprägt.
In den Jahren 1952 und 1953 wurde das
I-Modell in einer Stück-
zahl von 117 Exemplaren
mit einer Lauflänge von
180 cm als Sportwaffe
produziert. Es besaß eine
Sportvisierung und ist ei-
nes der seltensten Star-I-Modelle.
Die vierte Variante und das Modell IR.
Die letzte und optisch auffälligste Än-
derung fand im Jahr 1960 statt. Der run-
de Lauf verschwand, stattdessen bekam
er nun einen eckigen Durchschnitt.
Wie bei einigen späteren Modellen der
dritten Variante waren die Plastikgriff-
schalen nun braun und wiesen rechts
eine Daumenkanzel auf.
Die Waffen der vierten Variante
wurden hauptsächlich nach Pakistan,
Thailand und in die portugiesische Ko-
lonie Angola exportiert. Die meisten
der in einer Stückzahl von 859 Exemp-
laren nach Angola exportierten Pisto-
len hatten einen 85 mm langen Lauf.
1967 wurde das letzte Modell der
I-Reihe eingeführt. Diese Waffe gab
es ausschließlich im Kaliber 7,65 mm
Die Star I wurde
erfolgreich
weltweit exportiert
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