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von Walter Schulz

Trump für Bewaffnung der Lehrer

Schulmassaker sind in den USA eine Geißel und werden immer mit der sogenannten „Waffenkultur“ des Landes in Verbindung gebracht. Präsident Trump will jetzt die Schulen durch Bewaffnung der Lehrer wehrhaft machen.

Dass Schulmassaker verachtenswerte Massenmorde sind und unsägliches Leid über die Familien der Betroffenen bringen, steht außer Frage. Heiß diskutiert wird dagegen immer die Frage, wie solche schrecklichen Taten zu vermeiden sein könnten. Vorrangig verantwortlich wird von vielen Menschen die Verfügbarkeit von Schusswaffen und der leichte Zugang zu ihnen gemacht. Was die Verbrechens- und Waffenbesitzstatistiken dazu sagen, haben wir im DWJ schon häufig dargestellt. Tatsache ist, dass es die oft zitierten „Amerikanischen Verhältnisse“ im dortigen Waffenrecht nicht gibt. Tatsache ist auch, dass die Anzahl der Feuerwaffen in Privathand hoch ist und immer weiter steigt, dass aber die Zahl der mit Schusswaffen begangenen Totschlagdelikte heute um mehr als ein Drittel niedriger liegt als vor 25 Jahren.

Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit, das Risiko für solche Massenmordanschläge in Schulen zu verringern. Jetzt hat US-Präsident Donald Trump eine Bewaffnung von Lehrern ins Spiel gebracht. „Wenn man da einen Lehrer gehabt hätte, der erfahren im Umgang mit einer Waffe gewesen wäre, hätte er diese Attacke sehr schnell beenden können“, sagte Trump vor Angehörigen der 17 Opfer.

Trump schlug vor, bis zu 20 Prozent der Lehrer zu bewaffnen, um „Wahnsinnige“ zu stoppen. Lehrer sollten die Waffen verdeckt tragen und müßten sich eines speziellen Trainings unterziehen. Trump: „Dann hätten wir nicht länger waffenfreie Zonen“. Wohl wissend, dass Amokläufer Opfer suchen und keine Gegner. An den meisten Schulen Amerikas ist das Tragen von Waffen verboten. Eine waffenfreie Zone bedeute für einen „Wahnsinnigen“ einen Freibrief „reinzugehen und anzugreifen, weil er nicht fürchten muß, daß Kugeln zurückkommen“, ergänzte Trump.

Angehörige unterstützen Trumps Vorstoß

In Amerika findet derzeit eine Debatte über die richtige Antwort auf Schulmassaker statt. Während linksliberale Politiker wie Obama und viele Hollywood-Schauspieler schärfere Waffengesetze fordern, setzen Konservative auf die Beseitigung sogenannter waffenfreier Zonen und die Bewaffnung von Lehrern.

Auch Angehörige pflichteten Trump bei. „Wir brauchen mehr Sicherheit, wir brauchen mehr Waffen auf dem Campus, eine bessere Hintergrundüberprüfung und müssen mehr über psychische Krankheiten verstehen“, sagte Hunter Pollack, der bei dem Amoklauf seine Schwester verloren hat. Auch der Senator aus Florida, Greg Steube, sieht die Antwort nicht in weniger, sondern in mehr Waffen. „Jede Massenschießerei im Staat Florida geschah bisher in waffenfreien Zonen“, gab er zu bedenken. Das beste Mittel, Attentäter zu stoppen, seien „angemessen trainierte Individuen“.

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