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von Walter Schulz

Schützen und Rechtsradikale? Eine Glosse

Ob das Niveau des deutschen Journalismus schon seinen absoluten Tiefpunkt erreicht hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es so tief gesunken wie nie seit 1946. Wenn die einst ehrwürdige Zeitung WELT einem Politkasper wie Peter Tauber, vor Jahren zum CDU-Generalsekretär hochgespülter Yuppie und jetzt Staatssekretär im Verteidigungsministerium, viel Platz bietet, um seine wirren Angriffe gegen die AfD salonfähig zu machen, kann man nur staunend den Kopf schütteln.

Tauber bringt es fertig, Spitzenfunktionäre der AfD wie Dr. Alice Weidel und Prof. Jörg Meuthen als mitverantwortlich am Mord des Kasseler Regierungspräsidenten zu diffamieren. Das hat schon den Geruch des Straftatbestandes „üble Nachrede“. Tauber fabuliert in der WELT von „rechten Netzwerken“, ohne einen überführten Täter benennen zu können, er will Grundrechte einschränken oder entziehen von Bürgern, deren Gesinnung ihm nicht passt – vorzugsweise AfDlern –, obwohl kein Zweifel an ihrer Grundgesetztreue besteht. Bemerkenswert dabei ist, dass dieser Spring-an-die-Fleischtöpfe von keinem seiner Parteigranden zurückgepfiffen wird. Merkel entlarvt ihren Singsang von Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit im Umgang miteinander an der Elite-Universität Harvard mit ihrem Schweigen als heuchlerisches Geschwätz. Kramp-Karrenbauer ist nicht besser, und Frieder Merz hat sich als Möchtegern-Hoffnungsträger mit ähnlicher Heuchelei ebenfalls selbst entlarvt als einer von denen, zu denen sie alle gehören: demokratieverachtende, eigennützige und unehrliche Populisten-Clowns mit inzwischen schon grünem Fell.

Sie alle haben keine Probleme, viel Aufmerksamkeit von den meisten Medien zu bekommen – und Platz. Die diskreditieren sich damit selbst als die ach so wichtige 4. Gewalt im Staat, die die Politker kontrollieren soll. Sie tun das Gegenteil: Sie machten sich schon vor einiger Zeit gemein mit dem ökopopulistischen Zeitgeist, mit einer politischen Haltung, bei der die Meinung Andersdenkender oder argumentationsstarker Diskutanten nichts mehr gilt. Man sieht sich als publizistischer Stoßtrupp auf dem Weg in ein ökosozialistisches Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Davon betroffen sind eigentlich alle Bürger, die sich klassischen Werten ihrer Heimat verbunden fühlen. Und dazu zählen natürlich Jäger und Schützen. Die hat jetzt ein Schreiberling namens Martin Winterling in einem rund 110 Zeilen langen „Rundschlag“ in der Schorndorfer Zeitung auf perfide Art und Weise verunglimpft. Er hat den legalen Waffenbesitz von Jägern und Schützen in Verbindung gebracht mit illegalem Waffenbesitz wie im Falle des Mörders des Kasseler Regierungspräsidenten. Klar für ihn, dass die Waffenarsenale von Jägern und Schützen leicht zugängliche Quellen für Killer sind. Und dass in diesen Kreisen der Rechtsextremismus zu Hause ist, ist für ihn auch klar. Wie da an Schützenstammtischen über „Flüchtlinge“ hergezogen wird … Rechtsradikale allenthalben, und vor allem unter den Hubertusjüngern und Schützenstammtischen. Waffenbesitz …. rechtsradikal …. Mord – die Welt der Winterlings ist ja so einfach. Die Realität aber nicht, doch welcher Journalist verfügt heute schon über eine Berufsausbildung, die ihn für exaktes Recherchieren von Fakten, das Verstehen von Fakten und das Schreiben gehaltvoller ehrlicher Beiträge qualifizieren würde? Das muss ja nun auch wirklich nicht sein, wenn das Heulen mit den Wölfen so einfach ist.

Mit der Meute brüllen und krakelen, das tun Wölfe, das taten unsere äffischen Vorfahren, und unsere noch lebenden Verwandten wie die Paviane tuns heute noch. Und in Journalisten- und Politikerkreisen des Jahres 2019 ist es immer noch en vogue – umso mehr, je niedriger der Bildungsgrad. Da ist es leicht nach dem Motto zu arbeiten: Ich lass mir doch meine Vorurteile nicht von Fakten zerstören.

Warten wir auf den nächsten Tiefpunkt.

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