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von Walter Schulz

Generelles Bleiverbot droht noch immer

Die Europäische Kommission hat Presseberichten zufolge die Europäische Chemikalienagentur damit beauftragt, einen Vorschlag auszuarbeiten, der die Grundlage für ein allgemeines Bleiverbot in Munition (Kugel und Schrot) und Angelgewichten darstellen soll. Grund dafür soll sein, dass durch das Schwermetall Blei die Umwelt kontaminiert werde, was in der Folge Wild beeinträchtigen könnte.

Bereits 2015 strebte die Kommission an, die Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten zu verbieten. Es ging bereits zu diesem Zeitpunkt nicht nur um Gewässer, sondern um den Lebensraum Feuchtgebiet (Seen, Schilfregionen, Moore). Dazu zählen auch Auenlandschaften und Feuchtwiesen. Im Herbst 2018 empfahl die Agentur in einer Bewertung, nicht nur den Einsatz sondern auch den Besitz von Bleischrot zu verbieten, ein massiver Eingriff in bürgerliche Freiheitsrechte. Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt das Bleiverbot.

Interessant wird, wie die oben genannte Chemikalienagentur das Risiko durch die Verwendung von Bleimunition für Wildtiere und die menschliche Gesundheit einschätzen wird, so der europäische Dachverband der Jagdverbände FACE. Ein Sprecher der FACE äußerte, dass die Bleialternativen ökologisch und ballistisch akzeptabel für den jagdlichen Einsatz sein müssten: Hier sieht man bei der FACE eindeutig weiteren Forschungsbedarf, um die Auswirkungen auf Waffen und damit die Sicherheit sowie die Tötungswirkung sowie die Kosten für die Jäger zu ermitteln. Auch der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) ist sehr besorgt über Entwicklung. Von dort hört man, dass sich diese Angelegenheit nicht auf die Frage nach der Toxizität von Blei reduzieren lasse. Außerdem weist man beim CIC darauf hin, dass in die Entwicklung von bleifreier Munition noch viel investiert werden müsse, damit eine praxisgerechte bleifreie Munition zur Verfügung steht - in allen gewünschten Kalibern.

Dass gerade jetzt die Diskussion um Bleimunition wieder aufflammt, zeigt, dass die Jagd insgesamt weiter unter erheblichem Beschuss steht. Es ist ja nicht neu, dass das Schwermetall Blei in feinster Verteilung toxisch ist. Genauso ist aber längst bekannt und bewiesen, dass sich etwa Bleischrote in der freien Natur durch Bildung einer praktisch unlöslichen Bleioxidoberfläche selbst passivieren. Auch Blei im Wildbret von Schalenwild hat noch keine medizinische Relevanz gezeigt, wie vielfach bei Messungen bewiesen worden. Wildbret schneidet hinsichtlich des Bleigehaltes sogar besser ab als zahlreiche gängige Lebensmittel, die nicht durch Jagd gewonnen werden.

Insider erkennen in dem neuerlichen Vorstoß gegen Blei in Jagdgeschossen einen weiteren Versuch, sowohl die Jagd als Tätigkeit als auch letztendlich den Waffen- und Munitionsbesitz einzuschränken und irgendwann abschaffen zu können. Sie sprechen von der sprichwörtlichen Salamitaktik, mit der das Recht des Bürgers auf Jagd und Waffenbesitz ausgehöhlt werden soll.

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