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von Timo Lechner

DSB bezieht Stellung gegen Pressemitteilung der Grünen Jugend Niedersachsen

Einen heftigen rhetorischen Tiefschlag publizierte die Grüne Jugend Niedersachsen kürzlich in einer ihrer Pressemitteilungen. Wörtlich war darin die Rede von "Sexismus", "Rassismus", "Militarismusverherrlichung" und "Paramilitarismus" in Schützenvereinen - ohne diese Vorwürfe auch nur ansatzweise mit Fakten zu belegen. Jürgen Kohlheim, Vizepräsident des mit 1,4 Millionen Mitgliedern viertgrößten Spitzensportverbandes Deutschlands, zeigte sich angesichts dieser Wortwahl bestürzt und wandte sich umgehend in einem persönlichen Schreiben an die Urheber der Pressemitteilung.

Darin erinnerte er an die lange Geschichte des Deutschen Schützenbundes und unterstrich: "Im 19. Jahrhundert gehörten die Schützen zu den Vorreitern eines liberalen, geeinten Deutschlands. Einheit, Freiheit und Volkssouveränität waren die Maximen der Schützen in jener Zeit. Allein aus der Kenntnis dieser elementaren geschichtlichen wie sportlichen Zusammenhänge ist es geradezu absurd, Schützenvereinen 'Militarismusverherrlichung' oder 'Paramilitarismus' vorzuwerfen."

Zugleich verwies Kohlheim - Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht a.D. - in seinem mehrseitigen Brief auf die herausragenden nationalen wie internationalen Leistungen deutscher Schützinnen und Schützen. So führte er aus: "Dabei war und ist die Sportförderung des Bundes und seiner Bundesländer schon immer an strenge Kriterien geknüpft. Die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes und seiner 20 Landesverbände ist durch das Bundesverwaltungsamt genehmigt, die Deutsche Schützenjugend - die Jugendorganisation unseres Verbandes mit mehr als 250.000 Kindern und Jugendlichen - ist gemäß §§ 1 und 75 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Es ist für uns daher nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen die Grüne Jugend Niedersachsen die 'finanzielle Sportförderung zukünftig an Bedingungen gekoppelt' wissen möchte. Die von Ihnen geforderten, strengen Mechanismen bestehen seit vielen Jahren und Jahrzehnten!"

Im Blick auf den nicht weniger schwerwiegenden Vorwurf des "Sexismus" stellte Jürgen Kohlheim unmissverständlich klar: "Unter dem Dach des Deutschen Schützenbundes engagieren sich aktuell etwa 350.000 Frauen in vielfältigster Weise sportlich, kulturell und sozial. Das heißt auch: Jedes vierte Mitglied eines Schieß- oder Bogensportvereins in Deutschland ist weiblich, viele von ihnen auch in Ihrem Alter. Nicht wenige von ihnen sind im spitzensportlichen Bereich beeindruckende Leistungsträgerinnen unseres Verbandes, auf die wir genauso wie unsere Mitglieder sehr stolz sind." Dabei verwies der DSB-Vizepräsident auch auf die Aktionen "Schützenhilfe" und "Stiller Star", die Monat für Monat eindrucksvoll beweisen, welches herausragendes Engagement die Schützinnen und Schützen in den 20 Landesverbänden des Deutschen Schützenbundes an den Tag legen.

Das Schreiben von DSB-Vizepräsident Jürgen Kohlheim können Sie unter diesem Link in voller Länge einsehen.

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