Schießsport

von Andreas Wilhelmus

Beretta stellt neue Wurfscheibenflinte vor

Mitte September präsentierte Beretta seine neue an Sportschützen adressierte Bockflintenbaureihe 694 erstmals einer Schar von knapp ausgewählten 50 Vertretern internationaler Fachmedien, darunter auch das DWJ. Die neue Flinte wird das Modell 692 ablösen und wurde laut Hersteller in enger Zusammenarbeit mit den Topschützen des international erfolgreichen Beretta-Shooting-Teams entwickelt.

Bei der 694 handelt es sich um eine Flinte, die von Grund auf für das Wurftaubenschießen konzipiert und konstruiert wurde und nicht um ein auf einer Jagdflinte basierendes Modell, das für den Sportschützen lediglich entsprechend abgewandelt wurde.
Für den sportlich ambitionierten Schützen bringt die neue Beretta 694 eine verbesserte Schaftergonomie und ein neues Pistolengriffdesign mit steilerem Griffwinkel ebenso mit, wie die bewährte Microcore-Schaftkappe, die hier optional in vier unterschiedlichen Stärken zu haben ist – werkseitig montiert ist eine 18 mm starke Kappe. Damit beträgt die Schaftlänge 375 mm. Zum Anpassen der Schaftlänge lässt sich zudem das Abzugszüngel in Längsrichtung um jeweils 4 mm auf seinem Träger nach vorne oder hinten verschieben.
Auch das Design des Sicherungsschiebers hat sich im Vergleich zur 692 geändert und wartet mit einer neuen Riffelung auf. Der Top-Lever wurde in puncto Ergonomie optimiert und besitzt, ebenso wie die Oberseite der Basküle, eine Anti-Reflex-Oberfläche. Zudem verpassten die Beretta-Konstrukteure dem Profil von Schaft und Basküle eine progressivere Form, um dem Schützen eine erweiterte periphere Zielwahrnehmung zu ermöglichen. Auch die selbstnachstellende Befestigung des mit einem runden Profil kommenden Vorderschafts wurde eigens für die 694 neu entwickelt, wobei die wärmeübertragenden Stahlteile der Befestigung hier nun wesentlich kleiner ausfallen als bei den bisherigen Modellen. Dank der runden Kontur des Vorderschafts soll sich die 694 hervorragend im Schuss kontrollieren lassen. Neben dem rund gehalten Vorderschaft kann die 694 allerdings auf Anfrage auch mit einem Biberschwanz- oder Schnabelvorderschaft ausgestattet werden. Ein geänderter Radius des Eisenschafts soll zudem ein spielfreies Öffnen und Schließen der Flinte gewährleisten. In Sachen Lauf setzt Beretta auf die bereits in der 692 genutzten Steelium-Plus-Läufe. Bei der Trap-Version im Kaliber 12/70 stehen die Lauflängen 76 cm und 81 cm, jeweils mit Fix-Chokes (¾ und 1/1) zur Wahl. Bei der Sporting-Ausführung im Kaliber 12/76 nutzt Beretta die ebenfalls bereits bekannten OCHP-Wechselchokes, von denen insgesamt fünf zur Grundausstattung gehören. Bei der 694 Sporting gesellt sich als dritte Lauflängenoption allerdings noch eine kurze Variante in 71 cm dazu.
Kurzfristig im Handel verfügbar sein werden laut Beretta-Importeur Manfred Alberts GmbH hierzulande die Basisausführungen der Trap für 3815 Euro mit 76 cm Läufen und der Sporting für 4140 Euro ebenfalls mit 76 cm langen Läufen. Alle 694er-Modelle werden in einem ABS-Koffer unter anderem samt dem je nach Modell nötigen Werkzeug sowie einer 23 mm starken Wechselschaftkappe geliefert. Weitere Lauflängen sollen zeitnah folgen und mittelfristig werden wohl auch andere Schaftvarianten und auch Linksversionen zu haben sein.
Bei ihrer Premiere konnten wir uns bereits einen ersten Einsdruck von der neuen Flinte auf dem Jagdparcours machen, der deutlich die Lust auf mehr und einen ausführlichen Testbericht über die Beretta 694 geweckt hat. Diesen lesen Sie in einer der nächsten DWJ-Ausgaben.
Weitere Infos zur neuen 694 und zu anderen Beretta-Modellen finden Sie hier

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