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Kurznachrichten

von Walter Schulz

Glosse: GEZ gegen Populisten

Bei der jüngsten Wahl zum EU-Parlament haben die Grünen nicht zuletzt deshalb so gut in Deutschland abgeschnitten, weil sie de facto die meisten Massenmedien dominieren und zu Mainstream-Medien machen konnten. Das gilt insbesondere für die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender. Jetzt fordert der Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Lorenz Wolf, mit Blick auf die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz eine höhere Rundfunkgebühr, die ja bekanntlich zwangsweise erhoben wird. Jeder Haushalt muss zahlen, ob er will, oder nicht.

Klar: Der Kampf gegen den „Populismus“ muss auf allen Ebenen geführt werden, das ist für den Theologen im hohen Rundfunkrat selbstverständlich. Und selbstverständlich ist für ihn klar, dass er und seinesgleichen sowie gleichgesinnte Redakteure und Moderatoren bestimmen, was übler Populismus ist. Faktenbefreites Geschrei um Klimakatastrophe und die Prophetin Greta, Dieselabgase und Feinstaubkrisen haben für ihn natürlich nichts mit „Populismus“ zu tun. Dafür kritische Fragen von Naturwissenschaftlern und Technikern, deren Forderungen nach wissenschaftlichem Diskurs – purer Populismus schlimmster Ausprägung. Dagegen muss angesendet werden.

Schützenfeststimmung, Königsschießen und ein laut geschmettertes „Schützen Liesel“ - das ist schon schlimmer als Populismus, da kommen die nie ganz besiegten nationalistischen Einstellungen voll zum Durchbruch. Klar, dass moderner Journalismus dieses Problem aufgreifen muss, nicht zuletzt, weil es ja im Kern auch zutiefst sexistisch ist. Die Schützen Liesel das heimliche Sexwunschobjekt alter weißer Männer mitten in überkommenen Traditionsveranstaltungen – wo kommen wir da denn hin? Aufklärer im Elfenbeinturm der Mainstreamweltverbesserer an die Front, bald gibt’s dafür mehr Geld – zwangsweise, von den Millionen, die das absurde Theater kaum noch ertragen und dennoch ihre GEZ-Gebühren brav abdrücken.

Bestimmt ist von der fetten Kohle auch nach Bestreitung der immensen Kosten für die Sendeapparate und die – gemessen an der schweren Last zu transportierender Ideologien, Vorurteile und Schmähungen politisch nicht Korrekter – eigentlich zu niedrigen Gehälter und Pensionen der Intendanten, Redakteure, Reporter und Moderatoren noch etwas übrig. Gott sei Dank sogar – damit lässt sich dann in den sozialen Medien trefflich weiter gegen die Populisten streiten, die es heute noch wagen, von einem „christlichen Abendland“ zu schwadronieren, das es zu erhalten gebe, gegen die unbelehrbaren Ossis, die sich immer noch gegen die Entwicklung eines Multikulti-Wunderlandes nach den Träumen einer Bundestagsvizepräsidentin namens Roth oder eines Grünen-Vorsitzenden Habeck stellen, dem schon beim mehrfachen Hören des aus dem Grundgesetz bekannten Begriffspaares „deutsches Volk“ die Galle den Mageninhalt nach oben schiebt. Gegen jene, die tatsächlich noch vom „Europa der Vaterländer“ de Gaulles und Adenauers träumen.
Ja, öffentlich-rechtlichen Propagandaapparate haben Geld genug und wahrscheinlich bald noch mehr, um dieser Gesellschaft ihren Stempel endgültig aufzudrücken. Wenn das tatsächlich gelingt, verlieren die „Populisten“ und die Ökofaschisten gewinnen – das postdemokratische Wolkenkuckucksheim mit der Diktatur der „Guten“ ist nah.

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